Meine Erfahrung mit dem Sigma Rox 12 Sport Navi

tl;dr

Preislich ein Premium-Produkt, welches keine Premium-Leistungen anbietet. Dem Kundenservice scheinen Nachrichten egal zu sein, und auf den Social Media-Kanälen von Sigma werden sachlich-kritische Äußerungen konsequent entfernt.

Definitiv keine Kaufempfehlung meinerseits!

Fangen wir vorne an.

Der Ordnung halber will ich betonen, dass mich niemand (und Sigma offensichtlich schon gar nicht 😉 ) für diesen Artikel bezahlt hat.

Nachdem mir auf einer mehrstündigen Tour vor einigen Monaten mein iPhone (mit Nutzung der komoot-App zur Navigation) mehrfach überhitzt ist, war für mich klar, dass ich ein „echtes“ Fahrrad-Navi anschaffen wollte. Nachdem ich viele (Blog-)Berichte gelesen hatte – von denen ich heute kritisch hinterfragen muss, ob diese allesamt bezahlt waren – habe ich mich schließlich für das Sigma Rox 12.0 Sport entschieden. Damit nahm das Drama seinen Lauf.

Alle nun folgend genannten Punkte habe ich in aller Ausführlichkeit dem Sigma Kundensupport mitgeteilt. Offenbar schert man sich dort nicht um seine Kunden. Wenn der Kunde einmal viel Geld für ein Produkt bezahlt hat, ist das Geld ja da. Dann kann es wohl auch egal sein, wenn der Kunden weg ist. Anders lässt sich für mich zumindest die Haltung von Sigma von außen betrachtet nicht erklären.

Das ist kein GPS

Wenn man die Navigation (bei einer über komoot importierten Route) verspätet einschaltet (in meinem konkreten Fall beim Losfahren vergessen und erst ca. 2km später bemerkt) würde man erwarten, dass jedes GPS erkennt „ah Du bist auf der Route, prima, hier geht’s weiter“. Nicht so bei Sigma. Hier wird man Stumpf bis zum Start zurückgeleitet, damit das System dann von da aus der Karte folgen kann. Dies hat aus meiner Sicht nichts aber auch gar nichts mit einem echten GPS zu tun.

Streckenführung ins Nichts

Ich fuhr auf einer vorgeplanten, importierten Tour (die ich sehr gut kenne). Das Sigma Rox war auf einmal der Meinung, ich solle schräg rechts in einen Feldweg fahren. Ok, wieso nicht, vielleicht gibt es ja eine Abkürzung, die ich noch nicht kannte.

Wenige Minuten später sollte ich auf einmal links abbiegen, in einen kaum befahrbaren Weg und dann mitten auf diesem Weg sollte ich rechts abbiegen. Dies war nur leider nicht möglich, dort befand sich ein recht hochbewachsenes Feld.

Um eine Lanze für den Sigma Kundenservice zu brechen: Hierauf antwortete man wie folgt:

Das Kartenmaterial wird seitens OSM gepflegt und von den Usern gewartet. Sollten Sie einen Abschnitt erkannt haben, der so nicht mehr befahrbar ist, so können Sie die Änderung direkt an OSM melden.

Sigma Kundenservice

Die Antwort ist nur leider zu generisch und geht auch am eigentlichen Thema vorbei.

Die Frage ist doch eine ganz andere: Wenn ich auf Basis von OSM eine Route plane (und komoot nutzt nun mal genauso OSM wie Sigma auch), wieso weicht das Sigma Rox 12.0 Sport dann ständig davon ab, und wieso funktioniert dies bei deutlich günstigeren Mitbewerberprodukten so viel besser?

Streckenführung nach komoot-Import

Wenn man – so wie ich – seine Routen mit komoot sehr genau vorplant und diese dann in Sigma importiert (dazu gleich noch mehr), sollte man meinen, dass das System dieser Planung auch folgt. Nicht so bei Sigma. Hier wird gerne mal eine vollständig eigene Streckenführung vorgenommen. Bei Routen die ich gut kenne schon merkwürdig genug. Bin ich aber mit dem Gerät sonst wo in der Welt unterwegs will ich mich einfach auf die Streckenführung verlassen können. Das kann man sich bei Sigma aber leider so gar nicht. Kein Einzelfall, und absolut reproduzierbar. Auch dies war dem Kundenservice bisher offenbar völlig egal. Insbesondere dann schon nicht nachvollziehbar, da Sigma ja – wie zb auch komoot – auf Open Street Map setzt. Bei komoot das GPS Verhalten aber einwandfrei funktioniert. Bei Sigma überhaupt nicht.

Das Sigma DataCenter – Modernste Software in Reinkultur

Das „Sigma Data Center“ scheint eine Software aus dem letzten Jahrhundert zu sein. Von Usability so gar keine Spur. Wenn man hier zb versucht, eine mit komoot geplante Strecke über den verbundenen Account zu laden, ist es bei mehrseitigem Scrollen durch geplante Strecken ein lustiges Spiel, die richtige überhaupt mit der Maus zu erwischen, bevor die Sigma Software hier ein Eigeneben entwickelt und man sich plötzlich wieder am Anfang der Liste wiederfindet. Genauso wenn man versucht, vorhandene Imports zu Löschen. Umständlicher geht es kaum, erst diese auswählen zu müssen, dann über ein nicht klar ersichtliches Menü oben rechts gehen zu müssen um dort „Delete“ zu finden…

Fazit

Also insgesamt ist es eine herbe Enttäuschung. Es wird Premium versprochen aber nicht im Ansatz gehalten. Ich hätte den Text hier noch deutlich ausführlicher Schreiben können, aber die Punkte sollten das Wesentliche umfassen. Von mir gibt es definitiv keine Kaufempfehlung für das Sigma Rox 12.0 Sport.

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